Deutsch-Finnische-Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.

DFG - Ihr Partner, wenn es um Finnland geht

Die Deutsch-Finnische-Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. ist der älteste und größte Landesverein innerhalb der bundesweit aktiven DFG. Gegründet 1972 in Stuttgart ist sie heute im ganzen Land vertreten und zählt rund 1500 Mitglieder.

In den zehn Bezirksgruppen zwischen Bodensee und Odenwald, Rhein und Iller werden die traditionellen finnischen Feste wie Vappu (1. Mai), Juhannus (Mittsommernacht) oder Pikkujoulu (Weihnachtsfeier) gefeiert sowie kulturelle Veranstaltungen durchgeführt. Die ehrenamtlich tätigen DFG'ler zeigen dabei viel sisu (finnische Nationaleigenschaft, etwa Beharrlichkeit, Ausdauer, Zähigkeit).

Im Rahmen eines Austauschprogramms zwischen Finnland und Baden-Württemberg vermittelt die DFG Baden-Württemberg Gastfamilien für finnische Schülerinnen und Schüler und betreut diese vor Ort. Das Programm, das zwischen dem Oberschulamt Stuttgart und dem finnischen Zentralamt für Unterrichtswesen vereinbart wurde, besteht seit dem Schuljahr 1989/90. Es bietet den jungen finnischen Gästen die Möglichkeit, ein ganzes Schuljahr an einem baden-württembergischen Gymnasium zu verbringen.

Wenn es um Finnland geht, ist die DFG Baden-Württemberg ein anerkannter Kooperationspartner für viele Institutionen und Einrichtungen.

 

 

Kalenderblatt: 19. Januar

Tag des Heiligen Henrik („talvi-Heikki“)

 

Es gilt als eines der ersten Einzelereignisse, die aus der Geschichte Finnlands bekannt sind: der Mord auf dem zugefrorenen Köyliö-See, der im Januar 1156 begangen wurde. Die Tat wurde über Jahrhunderte in einer Volksweise mündlich überliefert und hat den Maler Albert Edelfelt zu seinem Gemälde Piispa Henrikin kuolema inspiriert. Im Schnee liegt blutüberströmt das mit einer Axt erschlagene Opfer, neben ihm, auf Skiern stehend, die Mordwaffe noch in der Hand, der Täter. Der auf dem Gemälde dargestellte Mord an Bischof Henrik durch den finnischen Bauer Lalli wird bis heute im kollektiven Gedächtnis Finnlands bewahrt.

Der Legende nach kam Henrik, auch Heinrich von Uppsala genannt, ein Jahr vor seinem gewaltsamen Tod zu einem Kreuzzug nach Finnland. Bis zur Reformation wurde er als Schutzpatron Finnlands verehrt, aber auch danach wurde das Gedenken an ihn beibehalten. Und das gleich an zwei Tagen im Jahr: am 19.1., seinem Todestag ("Winter-Heikki"), und am 18.6. ("Sommer-Heikki") in Erinnerung an die Überführung seiner Gebeine von Nousiainen in die Domkirche von Turku (vermutlich 1294).

Historisch gesichert sind nur wenige Daten aus dem Leben des aus England stammenden Heiligen. In jüngster Zeit wurden auch Zweifel an der Identität des Opfers erhoben: nicht Henrik soll Lallis Axt getroffen haben, sondern einen gleichnamigen anderen Missionar: den aus Deutschland stammenden Heinrich, auf Finnisch Heinärikki.

Wie auch immer: Am 19. Januar wird im protestantischen Finnland eines Heiligen gedacht –  Finnlands ersten Bischofs, des Märtyrers und Schutzheiligen des Doms zu Turku.

 

Dem Heiligen Henrik gewidmet: Die ökumenische Kunstkapelle (Pyhän Henrikin ekumeeninen taidekappeli) auf der Insel Hirvensalo bei Turku - sehenswertes Beispiel moderner finnischer Sakralarchitektur (Einweihung 2005). Foto: Siegfried Breiter